Dienstag, 16. Mai 2017

Blumige Herzen

In den letzten Wochen war es um die kleine Dame des Hauses im Blog verdammt ruhig. Ich habe zwar viel für sie genäht, aber weder das passende Wetter noch die Lust zum Fotos machen waren da. Am liebsten fotografiere ich sie ja, wenn wir sowieso unterwegs sind. Dann läuft es mit den Fotos quasi "nebenbei" und recht unproblematisch. Das war aber bei dem unbeständigen April und auch bisher im Mai echt schwierig. Zumal ich sie sie bei dem Wetter auch nicht im Sommeroutfit vor die Tür stellen wollte. Sonnige Momente gab es komischerweise auch nur, wenn ich im Büro auf Arbeit saß, das Kind beim Kindergeburtstag war oder ich beim Sport… Es passte also quasi nie.ä.


Hose Avita von Bienvenido Colorido und Shirt Mieze von Rosarosa

Hose Avita von Bienvenido Colorido und Shirt Mieze von Rosarosa aus Flowers von Lila-Lotta


Und dann finde ich es im Allgemeinen gerade wirklich schwierig ein paar vernünftige Fotos von ihr zu machen. Sie ist gerade nicht besonders ambitioniert mal kurz still zu halten und findet das Fotografieren laaangweilig. Also habe ich es einfach gelassen. Ich staune ja immer wieder, wie gut das bei anderen Mamis zu klappen scheint. Wie macht Ihr das bloß, dass die Bilder immer aussehen, als hätten die Kinder großen Spaß am Fotografieren? Sie posen wie große Models und dann sind das auch immer so wahnsinnig tolle Locations…

Das schaffe ich zeitlich gar nicht. Wie gesagt, wenn wir unterwegs sind und ich sie beim Spielen oder bei sonstigen Aktivitäten fotografiere, klappen die Bilder auch meistens von allein. Stelle ich sie aber hin und sage, lass uns mal schnell ein paar Bilder machen, ist die Situation eigentlich schon zum Scheitern verurteilt ;-). Aber da kommen sicher auch wieder andere Zeiten und mit dem besseren Wetter lösen sich die „Probleme“ von selbst.

Hose Avita von Bienvenido Colorido und Shirt Mieze von Rosarosa aus Flowers von Lila-Lotta


Hose Avita von Bienvenido Colorido und Shirt Mieze von Rosarosa aus Flowers von Lila-Lotta




Das heutige Outfit hätte eigentlich ein wunderbares Sommer- oder zumindest Frühlingsshooting verdient. Zumal die neuen Stoffe „Happy Flowers“ von Lila-Lotta* so wunderbar blumig und frühlingsfrisch sind. Das war aus den eben angeführten Gründen aber nicht möglich. Zumindest gibt es aber ein paar wunderbare Tulpen aus Omas Garten im Hintergrund. Da fällt es auch kaum auf, dass es beim Fotografieren so windig war, dass man eher an Herbst als an den nahenden Sommer dachte.

Die fröhlich bunten Stoffe gibt es übrigens in vier Designs mit jeweils vier Farben und sie sind ab Mitte Mai bei Swafing-Händlern verfügbar.* Ich habe gleich drei sommerliche Outfits aus den Stoffen genäht, weil ich sie so sehr mag. Hoffentlich ergibt sich bald die Gelegenheit für's Fotografieren der Kleidchen - da bin ich nämlich jetzt schon ganz verliebt.

Hose Avita von Bienvenido Colorido und Shirt Mieze von Rosarosa aus Flowers von Lila-Lotta

Genäht habe ich meiner Maus die erste Sommerhose des Jahres: eine Avita von Bienvenido Colorido. Ich liebe den Schnitt ja sehr und habe mir schon lange vorgenommen, mir endlich auch eine Ava zu nähen. Tatsächlich würde ich die Hose nämlich genau so in groß zu gern in meinem Kleiderschrank haben. Dazu gab es eine schlichte Mieze von Rosarosa - mein liebster Basicschnitt. Auf dem weißen Shirt habe ich ein paar Herzchen aus drei verschiedenen Stoffen aufgenäht – die Umsetzung ist zwar denkbar einfach, die Wirkung finde ich dennoch immer wieder super. In Kombination mit der Jeansjacke und den (von der Maus persönlich ausgesuchten) weißen(!!!) Turnschuhen, finde ich das Outfit mega lässig und könnte sie darin knutschen :-).

Nun drückt uns alle mal die Daumen, dass das Wetter endlich besser wird. So langsam wird es nämlich wirklich Zeit!

Liebste Grüße,
Katja




Stoffe: Happy Flowers "Kleine Blüten" von Lila-Lotta*, erhältlich bei Stoffhändlern mit Swafing-Sortiment
Schnitt: Hose Avita von Bienvenido Colorido, Shirt Mieze von Rosarosa
Verlinkt bei: HoT, Dienstagsdinge, Kiddikram

*Der Stoff wurde mir freundlicherweise von Lila-Lotta zur Verfügung gestellt. Die Meinung ist jedoch meine eigene.
 

Donnerstag, 11. Mai 2017

Raus aus der Komfortzone

Wir Nähdamen (und -Herren) im deutschsprachigen Raum werden zurecht der Jersey-Nähfraktion zugeschrieben. Ich glaube kaum ein anderer Stoff landet hierzulande häufiger unter der Nähmaschine als Jersey. Spätestens mit dem Einzug meiner ersten Overlock erging es mir damals auch so. Was für akkurate Nähte kann man damit zaubern?! Und wie schnell lässt sich damit plötzlich ein Shirt nähen?! Die Faszination dabei kann ich also durchaus nachvollziehen.

Auch als Nähanfänger kann man mit Jersey schnell tolle Ergebnisse erzielen. Jersey verzeiht einiges, denn auch wenn die Nahtzugabe mal nicht ganz genau eingehalten wurde, lassen sich durch ein bisschen ziehen hier und stecken da Ungenauigkeiten ausgleichen, ohne dass man später was davon sieht.

Kleid "Irene" von Lotte & Ludwig


Wenn man sich in der Welt der deutschen Schnittmusterersteller umguckt, findet man zum Großteil eBooks und Schnitte, die auf dehnbare Materialien ausgelegt sind. Die Stoffhersteller ziehen nach: die meisten Läden oder Onlineshops sind auf Jersey, Sweat und Co ausgelegt und auch die ganzen tollen Eigenproduktionen sind fast immer aus Jersey.

Meine Oma sagt zu Jersey immer noch Schlafanzug-Stoff, weil man ihn wohl früher nur dazu vernäht hat. Heutzutage ist das wohl kaum noch denkbar. Viel zu schade wären die Stoffe in ihrer Farb- und Motivvielfalt, wenn man sie einzig für Nachtwäsche verwenden würde. Wenn ich mir den Kleiderschrank meiner lieben Omi so angucke, findet sich darin aber auch heute kaum ein Teil aus besagten Stoff. Viel mehr findet man darin klassische Materialien, wie man sie auch früher verwendet hat - hauptsächlich also Webware. Daraus hat sie sich früher auch ihre Kleider genäht und was für welche, sag ich euch! Das ein oder andere liegt heute noch bei mir und wird zum Fasching gern mal rausgeholt. Die größte Faszination ist bei mir dann immer, dass all diese Kleider zum größten Teil komplett ohne fertigen Schnitt genäht wurden. Einfach weil es das damals noch nicht gab und die Kleider auf die eigenen Maße angepasst wurden. Was war das noch für eine Nähkunst!


Kleid "Irene" von Lotte & Ludwig



Kleid "Irene" von Lotte & Ludwig
Heutzutage muss man sich darum keine Gedanken mehr machen. Man kann mit vielfältigen Schnitten einfach drauf los nähen - Gott sei Dank auf der einen Seite, schade aber auch irgendwie auf der anderen.

Worüber ich aber inzwischen sehr, sehr froh bin, ist dass in den letzten Jahren auch vermehrt Schnittmusterersteller auf Webware setzen. Auf Schnitte für Kleidungsstücke, die nicht mal eben schnell genäht sind, dafür - meiner Meinung nach - aber sehr viel her machen. Und ich meine damit weg von Burda und Co, die ja schon immer sehr aktiv in diesem Bereich waren. Ich für meinen Teil liebe eBooks sehr - sie sind meistens sofort verfügbar und man kann gleich losnähen. Klar, das Kleben der Schnitte dauert seine Zeit, aber ich mag das trotzdem um einiges lieber als von wirren Schnittmusterpapieren noch abpauschen zu müssen.


Kleid "Irene" von Lotte & Ludwig
Lange Rede... Worauf ich hinaus will, ist dass ich in letzter Zeit die schnellen Schnitte für Jersey und Co. etwas über hatte. Ich hatte wieder vermehrt Lust auf aufwändigere Projekte, Projekte aus Webware. Da passte der neue Schnitt "Irene"* von Lotte & Ludwig perfekt rein.
Die EBooks von Lotte & Ludwig sind dafür bekannt, dass sie nicht mal eben schnell genäht sind, aber sie sind jedes für sich sehr besonders, immer wieder lehrreich und das Ergebnis macht glücklich.


Kleid "Irene" von Lotte & Ludwig

Kleid "Irene" von Lotte & Ludwig

Svenja hat mit "Irene" ein Herzensprojekt umgesetzt und den Schnitt nach ihrer verstorbenen Oma benannt. Das Kleid besticht durch seine vielen liebevollen Details: eine tolle Knopfleiste mit versteckten Beleg, Eingriffstaschen, Ärmel mit gerafften Tropfenausschnitt und ein wundervoll fallendes Rockteil. Die Wiener Nähte machen eine schöne Form, die Bewegungsfalte im Rücken sorgt für Bequemlichkeit und die Schleife setzt dem Ganzen noch das i-Tüpfelchen auf.

Das alles sind Details, die Zeit fürs Nähen brauchen. Aber genau das macht mir immer wieder so große Freude und ich bin dankbar dafür, dass ich mich ab und an auch mal aus der Näh-Komfortzone bewege. Meine erste Irene habe ich aus Chambray genäht. Der Stoff ist recht fest, trägt sich aber sehr angenehm. Als weiteres kleines Detail habe ich beim Rockteil noch Biesen eingenäht. So schön kann man sich eben auch nur bei Webware auslassen ;-).

Liebe Grüße,
Katja


Stoff: Chambrey von Stoff & Stil   
Verlinkt bei: RUMS

*Der Schnitt wurde mir zum Probenähen zur Verfügung gestellt. Die Meinung ist jedoch meine eigene. 

Dienstag, 9. Mai 2017

Wie sich Geschmäcker doch ändern...

Nein, wir waren nicht im Urlaub (der steht uns jetzt aber Gott sei Dank bald bevor). Dass es in den letzten zwei Wochen hier so ruhig war hat dieses Mal mehrere Gründe. Genäht habe ich einiges, vieles davon darf ich euch auch ganz bald zeigen. Einiges wartet aber auch längst  auf gutes Wetter, um fotografiert zu werden. Das ist ja gerade wirklich wie verhext mit dem Wetter - der April hat sich von seiner besten Seite gezeigt und da ließen sich die ersten Sommeroutfits für die Maus einfach nicht ablichten. Zumal ich versuche mir und der kleinen Dame keinen Stress mehr zu machen. Entweder sie hat Lust auf Bilder oder eben nicht. Und wenn das Wetter nicht mit macht, lassen sich Fotosessions auch schlecht in den Alltag integrieren. Deshalb habt ihr in letzter Zeit auch so wenig von ihr zu sehen bekommen.


Babyset aus Trotzkopf von Schnabelina,  Jinx von Rosarosa, Beanie mit Hasenohren, Tuch nach eigenem Schnitt, Wende-Schühchen aus Tausendsassa von Liebeling

Und dann hatte ich das erste Mal seit über fünf Jahren Probleme mit meiner Nähmaschine. Seit einigen Wochen ließ sich die Fadenspannung nicht mehr richtig einstellen. Anfangs ließ sich das noch ganz gut beheben, indem ich sie einfach erhöht habe. Inzwischen ist auch hier Fadensalat angesagt... Ich habe wirklich Stunden damit zugebracht nach dem Fehler zu suchen und musdte mir nun eingestehen, dass ich am Ende meines Lateins bin. Also geht es für mein Maschinchen jetzt zur Wartung bzw. Reparatur, in der Hoffnung, dass sie dann wieder läuft. Ich bin gespannt.

Babyset aus Trotzkopf von Schnabelina,  Jinx von Rosarosa, Beanie mit Hasenohren, Tuch nach eigenem Schnitt, Wende-Schühchen aus Tausendsassa von Liebeling

Der Zeitpunkt ist natürlich - wie eigentlich immer - nicht besonders günstig. Ich hatte gerade so viel vor, dass mich das besonders geärgert hat. Aber mal ehrlich - wann gäbe es für das Wegbringen der Nähmaschine einen richtigen Zeitpunkt? Und da unser Urlaub bevor steht ist es dann doch irgendwie gar nicht so schlecht.

Babyset aus Trotzkopf von Schnabelina,  Jinx von Rosarosa, Beanie mit Hasenohren, Tuch nach eigenem Schnitt, Wende-Schühchen aus Tausendsassa von Liebeling

Einer der Gründe warum ich sie gerade jetzt gut gebrauchen hätte können, ist dass meine Cousine im Juni ihr zweites Kind erwartet. Und da wollte ich natürlich noch ganz viel nähen. Ein Wunsch von meiner Cousine und auch von mir war, dass ich das Set für das erste "Fotoshooting" im Krankenhaus nähe. Okay, zugegeben - ich hatte dafür inzwischen ein paar Monate Zeit, aber wie das immer so ist mit dem Druck und der Zeit...

Jetzt stand ich also ohne Nähmaschine da. Was für ein Glück, dass hier ja auch noch Overlock und Cover stehen - also musste es jetzt damit gehen. Und das geht natürlich. Trotzdem war ich erstaunt, wieviel ich dann aber doch zwischendurch mit der Nähmaschine mache. Zum Beispiel nähe ich die Bündchen lieber mit der Nähmaschine zusammen, weil man so die Nahtzugabe auseinander klappen kann und es keinen dicken "Overlockwülste" gibt.

Meine ursprünglicher Plan enthielt einen Strampler und ein Jäckchen. Beides habe ich dann aber komplett verworfen, da ich die schmalen Träger ungern mit der Overlock genäht und für das einnähen des Reißverschluss auch die Nähmaschine gebraucht hätte.
Babyset aus Trotzkopf von Schnabelina,  Jinx von Rosarosa, Beanie mit Hasenohren, Tuch nach eigenem Schnitt, Wende-Schühchen aus Tausendsassa von Liebeling

Letztlich ist ein Set aus Shirt, Hose, Mützchen, Tuch und ein paar Schühchen entstanden, mit dem ich jetzt ganz zufrieden bin. Das Shirt ist unverkennbar der Trotzkopf von Schnabelina (ein tolles Freebook), ein Schnitt der durch die vordere Teilung nicht nur hübsch anzusehen, sondern vor allem äußerst praktisch beim Anziehen ist. Mamas werden mir bestätigen, dass normale Shirts ohne Knopfleiste oder ähnlichem einfach nicht über den Kopf eines so kleinen Winzlings wollen. 

Die Hose ist eine etwas abgewandelte Jinx, die ich ohne Überlappung vorn, dafür aber mit eigens hinzugefügten Taschen genäht habe. Taschen sind zwar so gar nicht nötig für so ein Baby, sehen dann aber doch einfach toll aus und geben der Hose noch das gewisse Extra.

Babyset aus Trotzkopf von Schnabelina,  Jinx von Rosarosa, Beanie mit Hasenohren, Tuch nach eigenem Schnitt, Wende-Schühchen aus Tausendsassa von Liebeling

Als passende Accessoires habe ich ein Tuch nach eigenem Schnitt, (Wende-)Schühchen (Taussendsassa von Liebeling) und ein Mützchen nach dem Beanieschnitt von Rosarosa genäht. Bei der Mütze habe ich anstatt der beinhalteten Bärchen- oder Katzenohren ein paar Hasenohren gebastelt. Meine Cousine stellt die kompletteausstattung immer gern unter ein Motto. Und das ist bei ihr dieses Mal ein Häschen.

Deshalb gab es auf das Shirt auch noch den süßen Plott von Paul & Clara, der als Serie mit verschiedenen Dateien daher kommt. Damit lassen sich perspektivisch sicher noch das ein oder andere Genähte für die kleine Maus umsetzen. Ideen sind zumindest genug da ;).

Babyset aus Trotzkopf von Schnabelina,  Jinx von Rosarosa, Beanie mit Hasenohren, Tuch nach eigenem Schnitt, Wende-Schühchen aus Tausendsassa von Liebeling

Und fällt euch was auf? Es ist rosa! Wie sich Geschmäcker doch ändern können... Vor fünf Jahren hätte ich meine Cousine mit rosa sicher jagen können (mich ja übrigens auch). Irgendwie hatten wir beide diese typischen rosa oder hellblauen Babysets so richtig über. Inzwischen sind wir beide von der kombinstion grau und altrosa sehr angetan. Liegt es vielleicht daran, dass wir zwei Mädchenmamas sind? Ich weiß es nicht, aber schön finden wir es allemal, vor allem weil es trotzdem noch weh vom qietschigen rosa ist.

Babyset aus Trotzkopf von Schnabelina,  Jinx von Rosarosa, Beanie mit Hasenohren, Tuch nach eigenem Schnitt, Wende-Schühchen aus Tausendsassa von Liebeling

Ich hatte jedenfalls großen Spaß am Nähen dieses kleinen Sets und habe ganz vergessen, wie winzig die ersten Babysachen doch sind. Da fand ich es gleich wieder richtig schade, dass ich in meiner Schwangerschaft so wenig genäht habe, weil ich da bis zum Schluss mit kleinen und größeren Wehwehchen zu kämpfen hatte.

In nächster Zeit werdet ihr von daher bestimmt immer wieder mal so ein paar kleine Teile hier sehen. Schön zur Restwverwertung und weil es einfach sooo süß ist :).

Liebe Grüße,
Katja

Stoffe: alle Stoffe von Stoff & Stil
Schnitt: Trotzkopf von Schnabelina, abgeänderte Jinx von Rosarosa, Beanie von Rosarosa (Hasenohren von mir), Tuch nach eigenem Schnitt, Wende-Schühchen aus Tausendsassa von Liebeling

Plott: Knuddel-Buddel-Hase von Paul & Clara
Verlinkt bei: kostenlose Schnittmuster, Creadienstag, HoT, Dienstagsdinge, Kiddikram